Stellwerk-Probleme entlarven das Risiko der radikalen Vollsperrungen
Das Risiko des 40-Strecken-Plans
Bis Mitte der 2030er Jahre steht die Sanierung von mehr als 40 zentralen Verkehrskorridoren an. Das gewählte Mittel: monatelange Vollsperrungen. Dass dieses Vorgehen hochgradig fehleranfällig ist, zeigt die Datenlage. Bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr scheitert eine Generalsanierung an ihrem eigenen Zeitplan. Nach einer sechswöchigen Bauverzögerung auf der Route Hamburg-Berlin im Juni, damals bedingt durch Frost, verschiebt sich nun auch die Öffnung der Trasse zwischen Nürnberg und Regensburg.
Sicherheitsprüfung blockiert Knotenpunkt
Normalerweise passieren täglich über 350 Güter-, Regional- und Fernzüge die bayerische Achse. Seit Februar ruht der Verkehr für die fünfmonatige Bauphase, in der unter anderem 20 Haltepunkte bearbeitet werden. Noch im April nannte die Infrastrukturgesellschaft InfraGo den 10. Juli als Startdatum. InfraGo-Vorstand Gerd-Dietrich Bolte musste diesen Termin nun auf den 31. Juli verlegen. Der Grund für den Ausfall zum Start der bayerischen Sommerferien liegt in noch ausstehenden Sicherheitsüberprüfungen der Stellwerktechnik.
Busse und Umleitungen bleiben bestehen
Für die Logistikbranche und Reisende bedeutet der Aufschub, dass die Zugumleitungen und der Bus-Ersatzverkehr bis Ende Juli erhalten bleiben. Lediglich zwei andere Großbaustellen - die Routen Hagen-Wuppertal-Köln sowie Hamburg-Hannover - können ihre Wiederinbetriebnahme am kommenden Freitag pünktlich realisieren.
